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"Die SED im Alltag der DDR" - vhs lädt zu Veranstaltungsreihe ein

Im Mittelpunkt stehen die Herrschaft der SED, das Leben in der Diktatur sowie unterschiedliche Erfahrungen mit Umbruch, Wiedervereinigung und Erinnerungskultur. Alle Veranstaltungen sind gebührenfrei.

Die Deutsche Demokratische Republik entstand 1949 als Folge des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Teilung. Unter Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands entwickelte sich ein Staat, in dem die SED nahezu alle Bereiche von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bestimmte. Ereignisse wie die Zwangsvereinigung von SPD und KPD, der niedergeschlagene Volksaufstand vom 17. Juni 1953 oder der Bau der Berliner Mauer 1961 prägen das Bild der DDR bis heute. Hinzu kamen politische Repression und eine umfassende Überwachung durch das Ministerium für Staatssicherheit.

Doch wie zeigte sich die Macht der SED im täglichen Leben? Welche Freiräume hatten die Menschen, wo bestimmte der Staat über Bildung, Beruf und persönliche Lebenswege und wie gingen Bürgerinnen und Bürger mit den politischen Vorgaben um? Dr. Volker Jakob zeichnet die Entwicklung der DDR von ihren Anfängen bis zur Friedlichen Revolution 1989 nach und nimmt dabei auch den Alltag zwischen Anpassung, Rückzug, Eigeninitiative und Widerstand in den Blick.

Begleitend zum Vortrag ist vom 1. Oktober bis 5. November im Foyer der Volkshochschule die Ausstellung „Die Partei hat immer Recht ... - Die SED im Alltag der DDR“ zu sehen. Sie wurde von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur anlässlich des 80. Jahrestages der Zwangsvereinigung von SPD und KPD im April 1946 herausgegeben und vom renommierten Historiker Dr. Stefan Wolle konzipiert.

Auf 20 Tafeln beleuchtet die Ausstellung insbesondere die Ära Honecker und zeigt, wie tief die SED in das gesellschaftliche Leben der DDR hineinwirkte. Dabei wird sowohl die Perspektive der Funktionäre und Parteimitglieder als auch die Wahrnehmung der Partei im Alltag der Bevölkerung dargestellt. Historische Fotografien, Dokumente und Texte vermitteln einen anschaulichen Eindruck davon, wie Herrschaft, politische Loyalität und gesellschaftliches Leben miteinander verbunden waren. Die Ausstellung lädt dazu ein, sich kompakt und zugleich vertiefend mit den Mechanismen der SED-Diktatur und ihrer Bedeutung für den Alltag der Menschen auseinanderzusetzen.

Ergänzt werden Vortrag und Ausstellung durch die Online-Reihe „Geteilte Geschichte, gemeinsame Zukunft. Deutsche Einheit im Gespräch“, die vom Deutschen Volkshochschul-Verband und dem Bundesarbeitskreis Politische Grundbildung in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur durchgeführt wird.

Den Abschluss bildet am 10. November um 18 Uhr „Deutsche Einheit: Jungsein in Demokratie und Diktatur“. Lisa Trebs und Tim Eisenlohr sprechen über das Aufwachsen junger Menschen in unterschiedlichen politischen Systemen und über die Bedeutung dieser Erfahrungen für die Gegenwart. Moderiert wird die Veranstaltung von Miriam Menzel.

Die Veranstaltungsreihe verbindet damit historische Aufarbeitung mit persönlichen Erfahrungen und aktuellen Fragen der Erinnerungskultur. Sie lädt dazu ein, sich mit der Geschichte der DDR auseinanderzusetzen und zugleich darüber ins Gespräch zu kommen, wie Teilung und Wiedervereinigung unsere Gesellschaft bis heute prägen.

Alle Veranstaltungen sind gebührenfrei. Eine Anmeldung ist über die Website oder telefonisch (05971 939-123) ab sofort möglich.

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